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Macwelt.de
vom 22.10.2002
www.macwelt.de |
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Durchgeblättert: Das Web-Adressbuch für Deutschland 2003
Das Internet - unendliche Weiten. Mittendrin der Surfer auf seiner Suche
nach lohnenden Landeplätzen, die ihm vermitteln, was "neu" und "cool" ist.
Aber so einfach klappt das nicht immer- denn allein über 5 Millionen
deutschsprachige Web-Seiten soll es geben, von den internationalen ganz zu
schweigen. Da kann man den Überblick rasch verlieren.
Reduktion von Komplexität
Sinn - und insofern auch Information - ist die "Reduktion von Komplexität",
meinte der Soziologe Niklas Luhmann. Das bedeutet nichts anderes, als Zufall
und Vielfalt eine überschaubare Struktur zu verleihen.
Konsequenterweise beschränkt sich das Web-Adressbuch für Deutschland auch in
seiner jüngsten Auflage auf die seiner Meinung nach "6.000 besten
Internet-Adressen" (jedenfalls: www.macwelt.de ist dabei ...), die es in
kurzen redaktionellen Beiträgen zum Teil mit Screenshot beschreibt.
Verwirrend ist, dass manche Abbildung einer Homepage noch einmal sehr viel
größer erscheint - dabei handelt es sich jedoch um Werbung. Gelegentlich
verweist die Beschreibung einfach auf die Anzeige. Da es auch um
kommerzielle Seiten geht, ist dieses Verfahren der Neutralität nicht gerade
förderlich.
Hilfreich kann das gut 800 Seiten starke Adressbuch dennoch sein.
Bekanntermaßen hat der Durchschnittssurfer etwa 10 bis 20 Webseiten fest in
seinen Bookmarks abgelegt, die er regelmäßig ansteuert. Auch dies eine
"Reduktion von Komplexität".
Das Web-Adressbuch für Deutschland lässt immer wieder staunen, wie viele
andere gut gemachte und informative Seiten es auch zu den eigenen
Lieblingsthemen noch gibt. Oder zu solchen Themen, die gerade aus aktuellem
Anlass interessieren oder von denen man noch gar nicht wusste, dass auch sie
erfasst sind.
Eine Aufzählung der im Adressbuch vorgestellten Gebiete macht an dieser
Stelle keinen Sinn: Es gibt praktisch nichts, wozu es nichts gibt, auch im
deutschsprachigen Internet-Bereich.
Arbeit und Beruf, Erotik, Internet & Co.
Das Adressbuch bietet anfangs mehrere Seiten zu zahlreichen Kategorien wie
Arbeit & Beruf, Erotik, Internet & Computer, Musik, Soziales oder Sport, die
dann wieder in viele Stichwörter unterteilt sind mit dem Verweis auf die
Buchseite, wo man Näheres dazu erfahren kann.
Wie ist der Produzent des Web-Adressbuchs ausgerechnet auf diese 6.000
Seiten gekommen? Dazu meint der Verlag, 12 Surfer hätten insgesamt über
250.000 Web-Seiten getestet. Ein Teil der Anbieter habe sich bei ihm darum
beworben, in den Internet-Führer aufgenommen zu werden. Kriterien, nach
denen die Seiten tatsächlich in das Buch aufgenommen wurden, sind unter
anderem, ebenfalls nach Angabe des Verlags: Informationsgehalt und
Aktualität, Benutzerfreundlichkeit und Design beziehungsweise
Aufbaugeschwindigkeit, auch Originalität und Interaktivität sowie die
Möglichkeit zur Datenbank-Recherche.
Ein Index am Ende des Buches, der alphabetisch nach Stichwörtern sortiert,
tut ein Übriges, um notfalls schnell etwas Passendes zu finden.
Fazit
Der Versuch, zumindest das deutschsprachige Web etwas übersichtlicher zu
gestalten, ist durchaus gelungen. Man verpasst immer noch genug angesichts
des Verhältnisses von 6.000 zu 5 Millionen Adressen, selbst wenn ein großer
Teil davon den angegebenen Standards nicht entspricht. Aber, wie ein
chinesisches Sprichwort sagt: 5.000 Meilen beginnen mit dem ersten Schritt.
Dieses Buch ist in diesem Sinne ein sehr guter Anfang.
Abgesehen davon eignet sich das Buch auch gut zum Stöbern, wenn man einmal
nicht online ist. Einfach mal in Ruhe schauen, was es sonst noch so alles
gibt in den endlosen Weiten...
Thomas Hartmann |